Korosec: „Frauen brauchen mehr Pensionssplitting und weniger Teilzeitarbeit!“

„Die hohe Teilzeitquote bei Frauen – jede zweite Frau, aber nur jeder neunte Mann arbeiten in Teilzeit – und fehlende Erwerbszeiten wegen Kindererziehung und Pflege lassen die Lohn- und Gehaltsschere von 19 Prozent zu einer Pensionsschere von 40 Prozent und damit um mehr als das Doppelte aufgehen. Bei so einem Befund müssten überall die Alarmglocken schrillen, und zwar das ganze Jahr über! Aber außer einem Aufschrei einmal jährlich wird viel zu wenig getan!“, ärgert sich Seniorenbundpräsidentin Ingrid Korosec. Für Korosec sind sowohl Politik als auch Wirtschaft, aber auch Frauen und Männer gefordert, gegen diese Ungleichheit vorzugehen. Sie sieht drei große und wichtige Verbesserungspotenziale:

Erstens: Kindererziehungszeiten durch automatisches Pensionssplitting besser vergüten!

Korosec setzt sich seit Jahren für das automatische Pensionssplitting – die Aufteilung von Pensionszeiten zwischen Eltern, um fehlende Erwerbszeiten wegen Kindererziehung auszugleichen – ein. Das bisher bestehende freiwillige Pensionssplitting werde kaum genutzt. „Zu wenig Information seitens der Behörden und zu wenig Vorausdenken seitens der Eltern zeigen deutlich: Das gesetzlich verpflichtende Pensionssplitting muss endlich umgesetzt werden, besser früher als später! Nicht nur ist es Teil des Regierungsprogrammes, es bedeutet auch mehr Fairness und Anerkennung von Kindererziehung als wertvolle Arbeit!“

Zweitens: Rahmenbedingungen schaffen, damit Frauen mehr Vollzeit arbeiten können!

Der Großteil der Frauen hat nicht die Möglichkeit, Vollzeit zu arbeiten, oft wegen Pflege und Kindererziehung. „Diese Frauen laufen sehenden Auges Richtung Altersarmut – weil sie nicht anders können!“, warnt Korosec und fordert weitere Unterstützungen, um Familie und Beruf besser in Einklang zu bringen. „Die Bundesregierung hat die Finanzierung des Ausbaus der Kinderbetreuung für die kommenden fünf Jahre auf eine Milliarde Euro aufgestockt. Das ist ein wichtiger Schritt, diesen Weg müssen wir weitergehen!“, betont sie. Zudem fordert sie den Ausbau der Förderungen für Betriebskindergärten.

Drittens: Frauen und Männer besser über die Folgen von Teilzeitarbeit aufklären!

27,3 Prozent der Frauen, die Teilzeit arbeiten, geben an, nicht Vollzeit arbeiten zu wollen. Korosec fordert aktive Aufklärung über die Folgen von Teilzeitarbeit, etwa durch eine Hochrechnung des zukünftigen Pensionskontos. „Wer sich heute bewusst für Teilzeitarbeit entscheidet, muss wissen, dass er oder sie zusätzliche Vorsorge treffen muss!“

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